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Die Wohntrends Schweizer Millennials: Hotel Mama, WG oder Co-Living?

* Dies ist eine digitale Stimme. Einige Texte werden möglicherweise nicht perfekt ausgesprochen.

 Wohntrends Schweizer Millennials – In ihrer Studie «Wie wohnt die Jugend?» hat die Credit Suisse verschiedene spannende Trends identifiziert. Denn obwohl die Generation der Millennials in der Immobilienwelt nur selten als Zielgruppe wahrgenommen wird, spielt sie eine sehr wichtige Rolle. Hier gehen wir darauf ein, welche Wohntrends die Jugend betreffen und welche neuen Trends von Schweizern unter 30 geschaffen werden.

 

Wohntrends Schweizer Millennials

In jeder Generation stehen Jugendliche vor zahlreichen Herausforderungen. Mit der zunehmenden Digitalisierung, der Globalisierung sowie der Corona-Krise gibt es im Jahr 2021 viele bisher noch ungekannte Herausforderungen, die sich auch auf die Wohnsituation von Jugendlichen auswirken. Zum Beispiel gründen sie ihren ersten Haushalt immer später, da das Hotel Mama nach wie vor am einfachsten und am günstigsten ist.

Als zweite beliebte Wohnform ist das Wohnen mit dem Partner zu nennen. Über 60% der Millennials ziehen mit ihrem Partner zusammen, während für etwa 20% das Alleinleben eine Alternative ist. knappe Budgets und hohe Mietpreise, insbesondere in den urbanen Zentren der Schweiz, machen die Wohnungssuche jedoch schwierig.

Wohneigentum bleibt für viele jüngere Menschen ein Traum. Über 75% von ihnen sagen, dass sie gern eines Tages Eigentum besitzen würden, wissen aber zugleich auch, dass dieser Traum nicht leicht zu erfüllen ist. Das liegt zum einen an den hohen Preisen, zum anderen aber auch an den Vorlieben von Millennials. Denn diese möchten laut der Studie «Schweizer Immobilienmonitor – Wie wohnt die Jugend?» erst später in ihrem Leben Eigentum besitzen.

Stattdessen stehen bei den Menschen, die zwischen 1977 und 1995 geboren sind, also bei den Millennials oder «Digital Natives», andere Wohnformen im Zentrum des Interesses. Dazu gehören beispielsweise Studierendenwohnheime, Mikro-Apartments und Co-Living. Entsprechend sind auch Immobilienbesitzer und -verwaltungen gut damit beraten, sich mit diesen neuen Trends auseinanderzusetzen.

Hotel Mama – Leben im Elternhaus

Das Leben im Elternhaus ist schon seit jeher eine der besten Optionen für Jugendliche, die auf der Wohnungssuche sind. Denn im «Hotel Mama» gibt es emotionale Unterstützung, ein bekanntes Umfeld und noch dazu niedrige oder gar keine Mietkosten. Immer mehr junge Menschen bieten ihren Eltern jedoch einen finanziellen Zuschuss an, wenn sie länger bei ihnen wohnen.

Die Credit-Suisse-Studie hat ermittelt, dass Jugendliche ab dem Alter von 25 Jahren normalerweise nicht mehr im Elternhaus wohnen. Früher war dieses Alter niedriger, was bedeutet, dass die Millennials tendenziell länger im Elternhaus wohnen bleiben. Dies liegt vermutlich unter anderem an den längeren Ausbildungszeiten. Die steigende Maturitätsquote bedeutet nämlich, dass sowohl der Einstieg in das Berufsleben als auch die Familiengründung immer später erfolgen.

Damit hat sich auch die sogenannte Postadoleszenz verlängert. Dies ist die Phase zwischen der Jugend und dem Erwachsensein. Bei manchen Millennials dauert diese Lebensphase bis in die frühen Dreissiger an. Dies erklärt auch, warum Wohnungsanbieter an dieser Zielgruppe meist nicht interessiert sind. Jedoch gibt es hier auch viel Potenzial, da der Auszug aus dem «Hotel Mama» oft erwünscht, aber aufgrund hoher Mietpreise schwer zu realisieren ist.

Wohngemeinschaft

Eine typische Wohnform für Studierende und junge Berufstätige ist die Wohngemeinschaft oder WG. Dabei teilen sich meist zwei bis vier Personen eine grössere Wohnung. Küche, Bad und Wohnzimmer werden gemeinschaftlich genutzt und jeder Mitbewohner hat zusätzlich sein eigenes Zimmer. Wohnungsanbieter können dies für sich nutzen und passende Wohnungen als WG ausschreiben. Dabei sind auch Modelle wie die Solidarmiete interessant.

Zudem tut sich im Bereich der Wohngemeinschaften so Einiges. Zum Beispiel gibt es in Zürich und Basel Projekte für luxuriöse Cluster-Wohnungen. Dabei erhält jeder Mitbewohner sein eigenes Zimmer mit eigenem Bad. Die Wohn- und Essräume sind grosszügiger gestaltet als in klassischen Wohnungen, und hinzu kommen gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie Werkstätten, Fitnessstudios, Spa-Einrichtungen oder Cafés.

Auch Coworking-Spaces können eine Wohngemeinschaft deutlich interessanter machen. Damit erhalten die Mieter hier nicht nur eine klassische Wohnung, sondern auch Platz zum Arbeiten. So entfällt die Miete für ein Büro, wodurch sich gerade ortsunabhängig Arbeitende eine schickere Wohngemeinschaft mieten können.

Co-Living und Coworking

Das Wohnen im Cluster mit zusätzlichen Aufenthaltsbereichen ist auch als Co-Living bekannt. Dabei handelt es sich auf den ersten Blick um eine klassische WG, aber bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass es sich eher um eine Bürogemeinschaft aus Mitbewohnern handelt.

Diese Wohnform ist in der Stadt noch nicht sehr etabliert, aber das Modell wird international immer beliebter und kommt sicherlich bald hierzulande an. Die Pandemie befördert derartige Wohn-Arrangements. Beim Co-Living geht es nämlich nicht nur um das Zusammenwohnen, sondern auch um das gemeinsame, kreative Arbeiten. Dafür ist es nicht nötig, im gleichen Beruf zu arbeiten. Vielmehr soll das Co-Living als Brutstätte für Kreativität und Austausch dienen. Auch für ältere Menschen ist dies sehr interessant.

Für Investoren und Wohnungsanbieter ist es sinnvoll, das Co-Living genau im Blick zu behalten. Denn beispielsweise lassen sich ungenutzte Hotels oder frühere Bürogebäude, die etwa im Rahmen der Pandemie leer stehen, zu neuen Wohnformen umwandeln. Beim Co-Living richten sie sich «weder an Freunde noch an Familie», sondern an Personen aus verschiedenen Altersgruppen, die gern zusammenleben.

Im Schweizer Ort Kloten gibt es bereits ein erstes Co-Living, das im früheren Hotel «Fly Away» Platz gefunden hat. Der Betreiber hat bereits signalisiert, dass er überlegt, im nahegelegenen Zürich weitere, ähnliche Projekte zu schaffen. Dafür ist es sinnvoll, gut auf die Ergebnisse dieses ersten Vorstosses in die Sharing Economy zu achten. Auch in London, Berlin und New York City gibt es ähnliche Projekte, die spannende Lektionen anbieten können.

Serviced Living

Neben dem «Hotel Mama», der Wohngemeinschaft und dem Co-Living kommt auch das sogenannte Serviced Living für Millennials in Frage. Dabei handelt es sich um eine meist etwas teurere Form der Miete auf Zeit. Sie eignet sich besonders für Digital Natives, die für ihren Job regelmässig Zeit in einer anderen Stadt verbringen müssen.

Das Serviced Living macht das Mieten unkompliziert. Im Preis sind bereits alle Nebenkosten enthalten. Auch Services wie etwa das Putzen sind enthalten. Die Idee hinter dem Serviced Living besteht darin, dass man direkt einziehen kann und sich wohlfühlt, beinahe wie in einem Hotel. Vollausgestattete Küchen oder Kitchenettes, Handtücher, Bettwäsche und alle bürokratischen Feinheiten sind bereits im Preis enthalten. Auch schnelles WLAN sowie verschiedene Arbeitsbereiche sind vorhanden.

Das Serviced Living wird meist gegen einen Preis pro Nacht angeboten. So bleibt es sehr flexibel und eignet sich sowohl für wochenweise als auch für monateweise Aufenthalte in der jeweiligen Projektstadt. Für Investoren handelt es sich hier um eine interessante Möglichkeit, den Millennials, die gut verdienen, einen Wohn- und Arbeitsplatz zu bieten.

Urbane Hotspots in der Schweiz

Die von der Credit Suisse beschriebenen Wohntrends in der Schweiz finden sich insbesondere in den urbanen Hotspots des Landes wieder. Ein Blick in die «Statistik der Schweizer Städte 2021» vom Bundesamt für Statistik verrät, dass etwa drei Viertel der Bevölkerung in urbanen Räumen wohnen. Hier ist der Anteil aus ausländischen Staatsangehörigen sowie an Ledigen deutlich höher als auf dem Land.

Auch die Art des Wohnens ist in der Stadt anders. Hier dominieren Dreizimmerwohnungen. Eigentümer verfügen meist über vier oder mehr Zimmer. Dabei gilt, dass vor allem in den grösseren Schweizer Städten besonders viele Wohnungen (bis zu 74%) gemietet werden. Nur etwa ein Viertel der Wohnungen ist in Privatbesitz. In Städten wie Genf, Lausanne, Zürich und Carouge sind sogar mehr als 90% der Wohnungen Miet- oder Genossenschaftsliegenschaften.

Die folgenden urbanen Hotspots in der Schweiz sind für die beschriebenen Trends wie die Cluster-Wohngemeinschaft, das Co-Living sowie das Serviced Living besonders interessant:

  • Zürich
  • Basel
  • Genf
  • Lausanne

Obwohl die neuen Wohntrends, die bei Millennials beliebt sind, noch nicht weitläufig verbreitet sind, ist das Interesse gross: Bis zu 60% der Schweizer finden die Zukunft des Wohnens sehr spannend. Dabei lohnt es sich, ins Ausland zu schauen. In Japan, wo der urbane Raum besonders knapp ist, spielen zum Beispiel Mikro-Apartments eine sehr wichtige Rolle.

Hierzulande ist das Interesse an Co-Living besonders gross. Denn Trendforscher wissen, dass Wohnfläche allein noch keine Lebensqualität ist. Stattdessen wünschen sich die Menschen einen Austausch mit Gleichgesinnten, der in den Coworking Spaces geschieht.

Zudem gibt es viele Digital Natives, die sich auch ein Serviced Living gut leisten können. Besonders beliebt sind dabei Wohnungen, die nicht nur pragmatisch, sondern auch komfortabel und individualisierbar sind. Zudem werden Faktoren wie ökologisches und nachhaltiges Wohnen immer wichtiger werden. Das grüne, kreative und komfortable Wohnen wird von den Millennials immer stärker nachgefragt werden.

Investoren sind daher gut damit beraten, sich in den Austausch mit einer jungen Zielgruppe zu begeben. So gelingt es, passende Mietwohnungen oder auch Verkaufsobjekte in der Nähe von attraktiven Arbeitsgebern bereitzustellen. Zugleich können die neuen Living Spaces in Absprache mit Millennials entsprechend dynamisch, kreativ und kollektiv gestaltet werden.

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