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Keyfacts:
- Skalierung gelingt nur, wenn der Gründer selbst mitwächst.
- properti bricht traditionelle Muster auf und stellt Kundennutzen konsequent ins Zentrum.
- Resilienz wurde zum entscheidenden Faktor auf dem Weg zur Marktführerschaft.
Mit bemerkenswerter Klarheit erzählt properti-Gründer und CEO Levent Künzi im neuen Swisspreneur-Interview von einem Markt im Wandel. Im Gespräch eröffnet Interviewer Silvan Krähenbühl interessante Einblicke in die tektonischen Verschiebungen der Schweizer Immobilienbranche, die Herausforderungen beim Skalieren eines technologiegetriebenen Unternehmens sowie die persönliche Transformation, ohne die unternehmerisches Wachstum kaum möglich wäre. Sehen Sie das gesamte Interview jetzt online.
Im Porträt steht ein Gründer, der Leadership, Kultur und konsequente Prioritätensetzung nicht als Schlagworte, sondern als handwerkliche Disziplin versteht. Und es zeigt, weshalb die radikale Vereinfachung von Immobilienprozessen längst kein Nice-to-have mehr ist, sondern zur Voraussetzung für eine Branche wird, die sich neu erfinden muss.
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Die zentralen Erkenntnisse aus dem Gespräch:
Die Immobilienbranche braucht echte Kundenzentrierung
Levent Künzi beschreibt im Gespräch, wie sich die Immobilienbranche in der Schweiz über viele Jahre weitgehend unverändert gezeigt hat. Trotz Digitalisierung in anderen Sektoren blieben Abläufe komplex, Gebührenmodelle starr und die Transparenz für Eigentümer gering. Ein Immobilienverkauf zählt für viele zu den grössten finanziellen Entscheidungen ihres Lebens. Dennoch erleben Eigentümer häufig Prozesse, die schwer nachvollziehbar sind und kaum Orientierung bieten.
Aus dieser Lücke entstand die Vision von properti: Ein Modell, das nicht am Aufwand, sondern am Resultat gemessen wird. Der Erfolg des Kunden wird zum Erfolg des Unternehmens. Keine Aktivierungsgebühren, keine monatlichen Kosten – stattdessen die Freiheit, flexibel zu bleiben und nur dann zu bezahlen, wenn ein tatsächliches Ergebnis erzielt wird.
Diese radikale Vereinfachung erfordert Mut, aber sie stellt sicher, dass die Interessen von Eigentümern und Maklern in dieselbe Richtung gehen.
Persönliches Wachstum als Voraussetzung für Skalierung
Einer der eindrücklichsten Momente des Interviews ist Levent Künzis Schilderung seiner persönlichen Entwicklung. Nach zehn Jahren im klassischen Maklerumfeld führten hohe Belastung, fehlende Erfüllung und starre Strukturen zu einem Burnout. Die erzwungene Phase der Ruhe wurde zum Auslöser tiefgreifender Veränderungen: verbesserte Schlafgewohnheiten, klare Routinen, ein gesünderer Lebensstil – und die Einsicht, dass Führung nur funktioniert, wenn man selbst stabil bleibt.
Für den CEO ist persönliches Wachstum kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Baustein für Unternehmertum. Ein Unternehmen kann nur so schnell wachsen, wie sein Gründer bereit ist, Verantwortung abzugeben, Perspektiven zu verändern und die eigenen Grenzen zu verschieben. Dieser Wandel zeigt sich auch in seiner Rolle: vom operativen Alltagsgeschäft hin zum strategischen Gestalten, Priorisieren und Weiterentwickeln.
Ein Unternehmen entsteht Schritt für Schritt, nicht über Nacht
Heute arbeiten über 180 Mitarbeitende für properti. Doch der Weg dorthin war kein Sprung, sondern ein Prozess. Die ersten Jahre waren von konsequentem Bootstrapping geprägt: Jede abgeschlossene Transaktion ermöglichte Investitionen in Technologie, Prozesse und Talente. So entstand ein Ökosystem, das aus eigener Kraft wachsen konnte – stabil, aber schnell genug, um in einer dynamischen Branche relevant zu bleiben.
Zu den drei zentralen KPIs, die properti von Beginn an begleiteten, gehören:
- Effizienz der Agenten, um mehr Qualität pro Stunde zu ermöglichen.
- Zeit bis zur Transaktion, um Kundenerlebnisse messbar zu verbessern.
- Durchschnittlicher Ertrag pro Auftrag, um nachhaltiges Wachstum sicherzustellen.
Diese Metriken schaffen Orientierung und Transparenz – intern wie extern.
Technologie, vor allem KI, verändert das Geschäft grundlegend
Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews liegt auf Technologie, insbesondere künstlicher Intelligenz. Hier wird betont, dass KI kein Trend, sondern eine logische Weiterentwicklung ist, die repetitive Aufgaben reduziert und den Mitarbeitenden mehr Raum für Beratung, Marktkenntnis und persönliche Interaktion lässt.
Es unterstützt Maklerinnen und Makler dabei, schneller, präziser und datenbasiert zu arbeiten. Doch die Herausforderung liegen nicht in der Technologie selbst, sondern darin, Menschen mitzunehmen. Change Management wird damit zu einem zentralen Erfolgsfaktor: Nur wenn Teams verstehen, wie KI Mehrwert schafft, entsteht Akzeptanz – und echte Leistungssteigerung.
Herausforderungen als Wachstumsbeschleuniger
Die letzten Jahre waren geprägt von Marktunsicherheit, geopolitischen Spannungen und einem volatilen Zinsumfeld. In diesen Phasen, so Levent Künzi, zeigt sich, wie wichtig eine robuste Kultur, schnelle Entscheidungen und Anpassungsfähigkeit sind.
Zweifel gehören dazu, gerade in Umbruchsphasen. Doch sie bieten auch die Gelegenheit, das eigene Geschäftsmodell zu schärfen und Prioritäten klar festzulegen. Jeder Rückschlag bringt ihn erneut auf die Kernfrage zurückbringt: Welchen Mehrwert schaffen wir für Eigentümer, Käufer und Mieter?
Diese Sichtweise prägt properti bis heute und gehört zur DNA des Unternehmens.
Blick nach vorne: Marktführerschaft bis 2030
Für die kommenden Jahre verfolgt properti ambitionierte Ziele: Marktführer in der Schweiz bis 2030 und anschliessend Kategorie-Leader in Europa. Ein Börsengang ist dabei nicht ausgeschlossen, steht aber nicht im Vordergrund. Wichtiger ist, ein Unternehmen aufzubauen, das langfristig Bestand hat und einen spürbaren Beitrag zur Weiterentwicklung der Branche leistet.
Investoren sollen nicht nur Kapital bringen, sondern Sparringpartner sein – Menschen, die das Unternehmen herausfordern und auf das nächste Level heben.